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Novi Sad

Novi Sad

Peterwardein

Blick von unserem Anleger in Novi Sad über die Donau auf die Festung Peterwardein

Novi Sad; deutsch: Neusatz; ist die Hauptstadt der nördlichen serbischen Provinz Vojvodina und das administrative Zentrum.
Die Universitätsstadt besteht aus den Stadtteilen Novi Sad, nördlich der Donau und Petrovaradin, am Fuße der gleichnamigen Festung, südlich der Donau. Laut Volkszählung hatte die Stadt Novi Sad 235.000 Einwohner.

Mittelalter

Novi Sad

Das Ratthaus der Stadt Novi Sad

Der Ort ist im Spätmittelalter im dicht besiedelten Komitat des Königreichs Ungarn durch den Bau des Zisterzienserklosters Belefons als so genannter kirchlicher Ort entstanden. 1526 wurde der Ort von den Osmanen erobert. Die 150-jährige Herrschaft der Osmanen führte zur Verwüstung und Entvölkerung der Pannonischen Tiefebene. Von den Türken geduldete nomadisierende Südslawen übernahmen bereits bestehende Ortschaften oder gründeten neue Siedlungen. Die damaligen Turbulenzen ließen in der Regel jedoch keine nachhaltigen Siedlungen zu. Nach osmanischen Aufzeichnungen (Defter) von 1590 lebten 105 slawische Familien (wohl vorübergehend) im heutigen Novi Sad.

Habsburger Herrschaft

Novi Sad

Der Bischoffssitz in Novi Sad

Nach dem Sieg der Österreicher gegen die Osmanen (1697) unter Prinz Eugen bei Zenta und dem anschließenden Friedensvertrag von Karlowitz (1699) musste das Osmanische Reich u.a. die Batschka an Österreich abtreten. Nach Erscheinen des Kaiserlichen Impopulationspatentes („.. zur besseren Auffhelfung, wieder Erhebung und Bevölkerung derselben“) war seitens der Wiener Hofkammer eine sofortige Neubesiedlung der Batschka geplant, die jedoch bald wegen der Vorrangstellung der Militärgrenze (Pantschowa, Temeswar, etc.) zurückgestellt wurde. 1694 errichtete die österreichische Militärverwaltung einen Brückenkopf am gegenüber liegenden Donauufer der Peterwardein-Festung, um den herum eine Siedlung mit Soldaten, Handwerkern und Händlern heranwuchs, die anfangs Racka Varoš (deutsch: Ratzenstadt, alter Name für Serben) und später Peterwardeiner Schanz genannt wurde. Um diesen Brückenkopf herum entwickelte sich eine Siedlung mit rund 1000 slawischen Einwohnern, die heutige Altstadt. In den Anfangsjahren waren es überwiegend Serben, da in der gegenüberliegenden Festung Peterwardein nur Katholiken sich ansiedeln durften. 1716 standen die Osmanen abermals vor Neusatz, wurden allerdings in der Schlacht von Peterwardein von Prinz Eugen vernichtend geschlagen.

Neuzeit

Gothische Kirche in Novi Sad

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fiel das Gebiet um Novi Sad an das neu errichtete Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das sich ab 1929 Königreich Jugoslawien nannte.

Novi Sad war während des Kosovo-Krieges 1999 Ziel von Luftangriffen durch die NATO, wobei unter anderem alle Donaubrücken, das Rundfunkgebäude und die Raffinerie zerstört wurden. Der Verkehr über die Donau wurde mehr als sechs Jahre lang über eine Pontonbrücke abgewickelt, die nur dreimal wöchentlich für Schiffe geöffnet wurde. Erst seit der Wiedereröffnung der so genannten Freiheitsbrücke am 11. Oktober 2005 ist die Schifffahrt wieder ungehindert möglich.

Kloster Krusedol

Kloster Krusedol

Das Kloster wurde zwischen 1509 und 1516 erbaut. Während des Rückzugs der Türken aus Srem (1716) wurde das Kloster stark beschädigt und die Kirche niedergebrannt.

Krusedol Eingangspforte

Eingangspforte Krusedol

Barocker Glockenturm wurde 1726 und der Klostergang 1753 erbaut. In Krušedol findet man Ikonen aus dem 16. und 19. Jahrhundert.

Festung Peterwardein

Festung Peterwardein

Petrovaradin (deutsch: Peterwardein) ist seit 1945 ein Ortsteil von Novi Sad in Serbien und durch die Varadin-Brücke mit ihr verbunden.
In der Schlacht von Peterwardein am 5. August 1716 schlug hier Prinz Eugen von Savoyen mit 80.000 Kaiserlichen ein 150.000 Mann starkes osmanisches Heer vernichtend. Am 1. Februar 1748 wurde der Ort mit damals 4.620 Einwohnern zur kaiserlichen freien Stadt erhoben.
Die Festung Petrovaradin war die größte Festung Europas im 17. Jahrhundert. Gleichzeitig war sie die wichtigste Festung Österreich-Ungarns auf dem Balkan und wurde nach Plänen des bekannten französischen Architekten Sébastien Le Prêtre de Vauban zwischen 1692 und 1780 erbaut. Sie erstreckt sich über ein Gebiet von 112 ha, darunter ein einzigartiges System an unterirdischen Gängen unter der Festung mit einer Länge von 16 km. Außerdem ist die Festung mit 5 Pforten, 12.000 Schießscharten und Orten für 400 Feldkanonen ausgestattet. Sie gilt als Wahrzeichen Petrovaradins.

Nach Vukovar