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Beethoven

Ludwig van Beethoven

Beethoven Denkmal in Bonn

Ludwig van Beethoven (~ 17. Dezember 1770 in Bonn, Kurköln; † 26. März 1827 in Wien, Kaisertum Österreich) war ein deutscher Komponist der Wiener Klassik. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat.

Als drittes Kind wurde Ludwig van Beethoven am 17. Dezember 1770 in der damaligen St.-Remigius-Kirche getauft. Geboren wurde er, wahrscheinlich am 16. Dezember, in der Wohnung der Familie im Haus Nr. 515 (heute Haus Nr. 20) in der Bonngasse. Johann van Beethoven erkannte früh die außerordentliche Begabung seines Sohnes und sorgte für eine solide Musikausbildung

1782 wurde der Komponist und Kapellmeister Christian Gottlob Neefe Hoforganist am Bonner Hof. Neefe erteilte Beethoven zeitweise Klavier- und Kompositionsunterricht und vermittelte die Veröffentlichung erster Klavierkompositionen. Im Alter von sieben Jahren trat Beethoven zum ersten Mal öffentlich als Pianist auf. 1782 wurde er Stellvertreter Neefes an der Orgel, zwei Jahre später erhielt er eine feste Anstellung als Organist. 1784 schrieb Neefe über Beethoven, er werde „gewiß ein zweyter Amadeus Mozart werden, wenn er so fortschreite wie er angefangen“.
Als im Juli 1792 Joseph Haydn in Bonn Station machte, wurde ein Studienaufenthalt Beethovens in Wien vereinbart. Nachdem Mozart bereits verstorben war, sollte er nun „Mozart’s Geist aus Haydens Händen“ erhalten. Noch im November desselben Jahres brach Beethoven nach Wien auf. In Wien fand Beethoven bald die Unterstützung adeliger Musikliebhaber, die ihm halfen, in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Wie vereinbart nahm Beethoven bei Haydn Kompositionsunterricht. Beethovens Erfolge als Komponist hängen anfangs eng mit seiner Karriere als Klaviervirtuose zusammen. Beethovens wachsender Erfolg als Pianist und Komponist wurde von einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überschattet: Etwa um 1798 zeigten sich erste Symptome jenes Gehörleidens, das schließlich zur Taubheit führen sollte.
Die mittleren Wiener Jahre sind, der Beeinträchtigung durch das Gehörleiden zum Trotz, die produktivste Phase in Beethovens Schaffensbiographie. Beethoven hatte zu dieser Zeit einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt. Sechs der neun Sinfonien komponierte Beethoven allein zwischen Herbst 1802 und 1812. Auch die erste Fassung seiner einzigen Oper Fidelio komponierte Beethoven in dieser Zeit.
Vom Jahr 1812 an begann sich Beethovens Lebenssituation deutlich zum Schlechteren zu verändern. Liebeskummer, materielle Sorgen und eine Verschlimmerung des Gehörleidens bis hin zur völligen Taubheit. Verbunden mit der Taubheit war das Ende der Laufbahn als Pianist. Gleichzeitig mit Beethovens persönlicher Krise vollzog sich ein Wandel seines kompositorischen Stils.
Nach mehr als zehnjähriger Pause wandte sich Beethoven auch wieder der Gattung Sinfonie zu. Die Uraufführung der 9. Sinfonie am 7. Mai 1824 wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Die Aufführung leitete der Kapellmeister Michael Umlauf, Beethoven stand mit ihm zur Unterstützung am Dirigentenpult. Schließlich entstand zwischen Frühjahr 1824 und Herbst 1826 mit dem Streichquartett op. 127 eine letzte Gruppe von fünf Streichquartetten. Das Streichquartett in F-Dur op. 135 war das letzte Werk, das Beethoven vollendete.
Schon seit etwa seinem 30. Lebensjahr litt Beethoven häufig an Krankheiten. Mit zunehmendem Alter mehrten sich Häufigkeit und Intensität der Krankheitszustände.
Im Sommer 1821 kündigte sich durch eine schwere Gelbsucht eine Leberzirrhose an. Beethoven suchte Linderung der Beschwerden in Bäder- und Landaufenthalten. Auf der Rückreise von seinem letzten Landaufenthalt nach Wien Anfang Dezember 1826, die bei nasskaltem Wetter im offenen Wagen stattfand, zog sich Beethoven eine Lungenentzündung zu. Nach kurzer Genesung von dieser Erkrankung zeigten sich mit Wasseransammlungen in Beinen und Unterleib sowie einer Gelbsucht schwere Symptome der Leberzirrhose, so dass Beethoven das Krankenbett nicht mehr verlassen konnte. Nach mehreren Punktionen und erfolglosen Behandlungsversuchen verschiedener Ärzte starb Beethoven am 26. März 1827. Die Beisetzung auf dem Währinger Friedhof fand am 29. März unter großer Anteilnahme der Wiener Bevölkerung statt. 20.000 Personen sollen am Trauerzug teilgenommen haben
1888 wurde der Leichnam Beethovens erneut unter großer öffentlicher Anteilnahme in den Ehrenhain auf dem Wiener Zentralfriedhof umgebettet.

Beethoven gilt heute als der Vollender der Wiener Klassik und Wegbereiter der Romantik. Insbesondere in den für die Epoche der Wiener Klassik grundlegenden Formen der Sinfonie, der Klaviersonate und des Streichquartetts hat er Werke geschaffen, deren musikgeschichtlicher Einfluss kaum zu übertreffen ist. So legte Beethoven beispielsweise wichtige Grundsteine für die fortschreitende Einführung der Kategorie des Sinfonischen in die Solokonzerte der weiteren Musikgeschichte.


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