Günters Reisen

Startseite | Kontakt | Datenschutz | Copyright | Impressum

Irland 2012

Günters Rundreise durch die Republik Irland

Cliffs of Moher

Nachdem ich letztes Jahr meiner kanadischen Cousine einen ersten Eindruck von Europa vermittelte, fiel mir auf, dass ich trotz all meinen vielen Reisen noch nie auf Irland gelandet war.
Dabei hatte ich schon sehr viel Positives über die grüne Insel mit seinen schroffen Küsten, Guinness, Pubs, lebenslustigen Menschen mit ihrer allgegenwertigen Musik, der fantastischen irischen Literatur und seiner keltische Vergangenheit gehört. Ich entschloss mich für die zwölftägige Studiosus „Me & More“ Irlandrundreise durch den südlichen Teil der Insel.

Reiseverlauf

Am 05.09.12 flogen wir von Frankfurt nach Dublin.
Von hier starteten wir unsere 12-tägige Busrundreise über Cork, Tralee, Limerick, Galway, Castlebar zurück nach Dublin und wieder per Flug nach Frankfurt.


Irlands Geschichte

Dolmen von Poulnabrone

Vor etwa 8.000 Jahren kamen die ersten Menschen auf die Insel. Sie erschufen die mysteriösen Steinkreise und Dolmen, welche wir bis heute noch bewundern können.
Vor ca. 3.000 Jahren kamen dann die Kelten aus Zentraleuropa. Teile dieser uralten Kultur, wie vor allem die irische Sprache, sind ausschließlich auf Irland bis heute erhalten geblieben.

Irische Provinzen

Die Kelten organisierten ihr Zusammenleben in föderale Strukturen. Sie unterteilten die Insel in die vier bis auf den heutigen Tag bestehenden Provinzen Munster, Leinster, Ulster und Connaught.



Rock of Cashel

Rock of Cashel

Seit dem 4. Jahrhundert Sitz der Könige von Irland (Munster). Der heilige St. Patrick soll Cashel im 5. Jahrhundert zum Bischofssitz gemacht haben.

Jede Provinz bestand aus vielen, kleinen Königreichen, die einem Hochkönig unterstanden. Die Macht des jeweiligen Hochkönigs war allerdings begrenzt.
Der christliche Glaube kam mit dem heiligen St. Patrick um ca. 400 nach Christus nach Irland. Mit ihm und anderen Missionaren wurde Irland im Mittelalter das Zentrum der christlichen Religion und der Wissenschaften während der Kontinent durch Kriege, Korruption und mächtige Ränkespiele im Chaos versank. Im Gegensatz zum restlichen Europa wurde Irland nie von den Römern erobert und vor allem gab es keine Migrationsbewegungen während der Zeit der Völkerwanderung in Irland.

Die Wikinger in Irland

Book of Kelts

Die einzigartige Handschrift ist das bedeutendste Kunstwerke aus der Blütezeit des frühchristlichen Irland, in denen Bildung und Kultur in Europa führend waren.

Um das Jahr 800 kamen die ersten Wikinger nach Irland. Sie wollten vor allem Beute machen. Im Laufe der Jahrhunderte arrangierte man sich primär über den Handel mit den Iren. Die Wikinger gründeten an den Küsten die meisten Städte, die zu Handelszentren wurden. Die keltischen Ureinwohner lebten eher verstreut in kleineren Dörfern im Landesinneren. Im Lauf der Jahrhunderte wuchs die gälische und die anglonormannische Kultur zusammen. Es entstand die irische Kultur.

Englischer Imperialismus

Heinrich VIII.

König von England, Gründer der Anglekanischen Kirche

Ab dem 15. Jahrhundert nahm die immer mächtiger werdende englische Krone immer größeren Einfluss auf Irland. Es ging wie immer um Ausbeutung, Macht und Imperialismus. Mit der Abspaltung Heinrich VIII. von Rom und der Gründung der anglikanischen Kirche fand man einen neuen Grund die im katholischen Glauben verwurzelten Iren heftiger den je zu unterdrücken.

Beginn des Nordirlandkonflikts

Elisabeth I.

Königin von England; sie eroberte Irland entgültig und ordnete die Enteignung und Vertreibung der katholischen Iren an.

Um 1600 gelang es den Engländern endgültig die gälischen Aristokraten zu vertreiben. Die englische Krone beschlagnahmte den Landbesitz der Geflohenen. Sie übereignete dieses Land, vor allem im heutigen Nordirland, an englische und schottische Protestanten. Mit der Vertreibung der katholischen Iren zu Gunsten der neuen protestantischen Siedler wurde der Grundstein für den bis heute ausweglosen Nordirlandkonflikt gelegt.

Machtlos und ausgebeutet

Kelttisches Hochkreuz

irisches Wahrzeichen, allgegegenwäritg in Irland

Die englischen Imperialisten beuteten gnadenlos und grausam die irische Insel aus. Zwei Drittel der irischen Bevölkerung starben durch Massaker, Hungersnöte, Pest und Sklaverei. Fast genauso lange wie die englische Besatzung dauert auch der irische Freiheitskampf an.

Hungerkatastrophe von 1845-1849

Hungersnot Denkmal (Dublin)

gewidmet den 4.Millionen Toten der Hungersnöte von 1845 bis 1849 (gegen das Vergessen)

Eine Jahrtausendkatastrophe löste die Zerstörung der Kartoffelernten durch die Kartoffelfäule der Jahre 1845 bis 1849 aus. Mehr als vier Millionen Iren verhungerten. Wer noch irgendwie konnte, versuchte dem Tod mittels eines der furchterregenden Sargschiffe über den Atlantik in die vereinigten Staaten zu entkommen. Das ist der ursächliche Grund weshalb überproportional viele amerikanische Einwanderer aus Irland stammen. Die Iren haben eine sehr bedeutende Rolle bei der Entstehung und Entwicklung der USA gehabt.

Unabhängigkeitsbewegung

Michael Collins

Irischer Freiheitskämpfer, Führer des Unabhängigkeitskampfes; 1890-1922 Helden sterben früh. Er wurde erschossen.

Die irische Bevölkerung schrumpfte von 8 Millionen auf 4 Millionen binnen weniger Jahre. Trotz oder gerade wegen der verheerenden Verwüstung wurde die nationale Unabhängigkeitsbewegung immer stärker.
Allerdings dauerte es noch bis 1916 bis die Iren stark genug waren, um mit Waffengewalt und ihren Helden Eamon de Valera und Michael Collins in den Unabhängigkeitskrieg zu ziehen.

Gründung der Republik Irland

Eamon de Valera 1882-1975

Irischer Politiker, Mitbegründer der Republik Irland und irischer Präsident von 1959-1973

Erst nach erbitterten Kämpfen konnte ein Friedensvertrag ausgehandelt werden. Es dauerte allerdings noch bis in Jahr 1948 bis die Republik Irland ausgerufen werden konnte. Die Macht im Norden der Insel blieb allerdings in protestantischer Hand. Der Norden weigert sich bis heute der Republik Irland beizutreten. So kommt es, dass wir bis heute zwei irische Staaten auf der irischen Insel haben. Einen protestantischen im Norden und einen katholischen für die anderen drei Provinzen des Landes.

Der 2. Nordirlandkonflikt

Denkmal der Opfer des Blutsonntags

13 unbewaffnete Menschen wurden von britischen Militärs erschossen.

Am 30.Januar 1972 kam es zum „Bloody Sunday“. An diesem Tag erschossen britische Militärs dreizehn unbewaffnete irische Demonstranten in Derry, die für mehr Bürgerrechte demonstrierten. Das war der schreckliche Auftakt zum über 30 Jahre andauernden Nordirlandkonflikt. Die IRA reagierte mit einer Bombenkampagne bei der Hunderte verstümmelt und ermordet wurden. Am Ende starben mehr als 3.000 Personen auf beiden Seiten. Am 15. Juni 2010 bat der britische Premierminister David Cameron im Namen der Regierung um Verzeihung für die Taten der britischen Soldaten.

<Zurück> <Weiter>