Schweiz 2026: 3 Panoramazüge in 3 Tagen
Gemeinsam mit meinen Nichten Manuela und Ivonne sowie deren Familie haben wir vom Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 19. Juli, eine eindrucksvolle Zugreise – vorwiegend mit Panoramazügen – durch die Schweiz unternommen.Ivonne hatte das Pauschalangebot auf Bahnurlaub.de entdeckt. Eine Reise mit Panoramazügen durch die Schweiz stand ohnehin schon lange auf meiner Wunschliste. Da ich mit Manuela bereits häufig verreist war, fragte ich sie zuerst, ob sie Interesse hätte. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Auch Ivonnes Sohn hatte bereits den Wunsch geäußert, eine solche Reise zu machen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass schließlich Ivonnes gesamte Familie mitkommen wollte. So reisten wir zu sechst: Ivonne mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern im Teenageralter sowie Manuela und ich. Bereits am Donnerstagabend fuhren wir gemeinsam mit einem Kleinbus nach Weil am Rhein. Dort übernachteten wir eine Nacht im Hotel, sodass wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück bequem mit dem Taxi zum SBB-Bahnhof nach Basel fahren konnten. In Basel begann unsere Bahnreise mit der Fahrt in einem regulären ICE nach Chur. Dort stiegen wir in den Bernina Express für unsere erste Panoramafahrt um: Es ging nach Le Prese ins mediterrane Puschlav.
Bernina Express
Die vom Bernina Express befahrenen Strecken – die Albulabahn und die Berninabahn – wurden im Sommer 2008 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet. Der Zug verlässt den auf 585 m ü. M. gelegenen Bahnhof Chur in Richtung Thusis und fährt über die Albulabahn nach Pontresina. Bis Ospizio Bernina steigt die Strecke auf eine Höhe von 2253 m ü. M. an, bevor sie anschließend in mehreren Schleifen über Alp Grüm bergab ins Puschlav führt.
Le Prese
Le Prese ist ein Dorf im Puschlav im italienischsprachigen Teil des Kantons Graubünden. Das beschauliche Dorf liegt am nördlichen Ende des Lago di Poschiavo auf einer Höhe von 965 m ü. M. Der Ort besitzt eine Haltestelle der Berninabahn, deren Gleis direkt auf der Hauptstrasse 29 verläuft. Wir stiegen unmittelbar vor der Haustür unseres wunderschönen Hotels La Romantica aus. Das sehr freundliche Personal begrüßte uns herzlich, und wir verbrachten einen wundervollen Abend bei perfektem Wetter im Hotelgarten. Zum Abendessen wurde uns ein köstliches Menü mit lokalen Spezialitäten serviert. Mit Aperol Spritz und lokalem Weißwein aus dem Puschlav rundeten wir das Essen ab, bevor wir uns zum Abschluss noch einen Ramazzotti genehmigten.
Glacier Express
Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, um die Abfahrt des Glacier Express nicht zu verpassen. Ein Postauto – ein Schweizer Linienbus – brachte uns von unserem Hotel über den 2310 m ü. M. hohen Berninapass nach Samedan, etwa 7 km von St. Moritz entfernt. Dort wurde der Glacier Express für uns bereitgestellt. Der Glacier Express wird oft als der «langsamste Schnellzug der Welt» bezeichnet. In ungefähr acht Stunden fährt er über 291 Brücken, durch 91 Tunnels und über den 2033 m hohen Oberalppass nahe der Rheinquelle. Weiter rheinabwärts durchquert er die beeindruckende Rheinschlucht. Zwischen Thusis und St. Moritz befährt der Zug wie auch der Bernina Express die Albulabahn, die den Albulapass in einem Scheiteltunnel unterquert. (Der Furkapass wurde bis 1981 ebenfalls in einem Scheiteltunnel unterquert; diese Strecke war jedoch nur im Sommer befahrbar. Seit der Eröffnung des Furka-Basistunnels im Jahr 1982 ist ein ganzjähriger Betrieb möglich.) Insgesamt überwindet der Glacier Express vier große An- und Abstiege zwischen den alpinen Regionen sowie dem Rhein- und Rhonetal. Das Mittagessen wird direkt an den Sitzplatz serviert. Zudem verfügt jeder Platz über ein Infotainment-Set: Über Kopfhörer wird man in verschiedenen auswählbaren Sprachen über interessante Streckendetails informiert.
Zermatt
Kurz nach 18:00 Uhr fuhr unser Glacier Express in den Bahnhof von Zermatt ein. Unser Hotel lag nur ca. 200 Meter entfernt mitten im Ortszentrum. Zermatt ist ein weltberühmter Ferienort im Mattertal auf rund 1610 m Höhe am Nordostfuß des Matterhorns mit heute etwa 6.000 Einwohnern. Als Bergsteigerzentrum bietet die autofreie Gemeinde (die Zufahrtsstraße darf ab Täsch nur mit Sonderbewilligung befahren werden) den Wintersportlern 63 Bergbahnen und 257 Pistenkilometer. Die längste Abfahrt vom Kleinen Matterhorn nach Zermatt misst ca. 15 km und überwindet eine Höhendifferenz von 2.279 m. Das Sommerskigebiet ist zudem das größte und höchstgelegene Europas. Im Sommer steht ein Wanderwegnetz von mehr als 400 km zur Verfügung. Geografisch grenzt das Gemeindegebiet an Italien; Zermatt ist noch vor Salurn in Südtirol der südlichste Ort des geschlossenen deutschen Sprachraums. Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, kauften wir kurz vor Ladenschluss noch einige Souvenirs, aßen zu Abend und machten einen kleinen Spaziergang durch den Ort, um das obligatorische Foto des Matterhorns zu schießen. Danach gingen wir glücklich und müde zu Bett, um fit für den morgigen Ausflug mit der Gornergratbahn zu sein.
Gornergrat
Direkt neben dem Bahnhof beginnt die Zahnradstrecke der Gornergratbahn. Sie wurde 1898 eröffnet und ist die erste sowie älteste elektrische Zahnradbahn der Schweiz. Die Strecke führt von Zermatt (1620 m ü. M.) über Riffelalp (2222 m ü. M.) und Riffelberg (2600 m ü. M.) auf den Gornergrat (3089 m ü. M.) und überwindet dabei knapp 1500 Höhenmeter. An der Endstation auf der südwestlichen Spitze des Grates befindet sich das 3100 Kulmhotel, das höchstgelegene Berghotel der Schweiz. Der Gornergrat liegt zwischen dem Gornergletscher und dem Findelgletscher und bietet Panoramaaussicht auf mehr als 20 Viertausender, darunter den Monte Rosa, die Dufourspitze und das Matterhorn. Das Matterhorn ist und bleibt dabei der unangefochtene König der Alpen – auch wenn es nicht der höchste Gipfel ist.
Das Matterhorn & seine Erstbesteigung
Mit 4478 m ist das Matterhorn einer der höchsten Berge der Alpen. Wegen seiner markanten Gestalt und seiner bewegten Geschichte gehört es zu den bekanntesten Bergen der Welt. Für die Schweiz ist es Wahrzeichen und Photomotiv zugleich. Eine Besonderheit ist die charakteristische «Matterhorn-Wolke» – ein ideales Beispiel für eine sogenannte Bannerwolke, die sich wie eine mächtige Fahne auf der windabgewandten Seite des Gipfels bildet.
Zur Geschichte:
14. Juli 1865: Edward Whymper gelang mit einer Siebener-Seilschaft die Erstbesteigung über den Hörnligrat. Beim Abstieg stürzten vier Bergsteiger der Gruppe tödlich über die Nordwand ab.
17. Juli 1865: Nur drei Tage später erreichten der italienische Bergführer Jean-Antoine Carrel und Jean-Baptiste Bich von Italien aus über den Liongrat den Gipfel. Sie traversierten von der italienischen Schulter durch die oberste Westwand auf den Zmuttgrat und vollendeten so die Route.
Rückreise nach Deutschland & Zwischenstopp
Nachdem wir den Gornergrat ausgiebig erkundet, die Gletscherwelt der Viertausender ehrfürchtig bewundert und genügend Fotos geschossen hatten, fuhren wir mit der Zahnradbahn zurück nach Zermatt. Von dort ging es mit dem Regionalexpress hinunter nach Visp und weiter mit dem Intercity zurück nach Basel. Am späten Nachmittag in Basel angekommen, nahmen wir die Straßenbahn nach Weil am Rhein. Mit unserem Kleinbus fuhren wir weiter nach Rust, um unseren Kurzurlaub um einen Tag im berühmten Europa-Park zu verlängern. Wir hatten uns dafür kurzfristig eine Ferienwohnung reserviert. Um die Ecke aßen wir in einem tollen italienischen Restaurant zu Abend und genehmigten uns einen Cocktail, während wir das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft schauten. Danach gingen wir müde, aber glücklich schlafen.
Europa-Park
Frisch ausgeruht und gestärkt ging es am nächsten Morgen in den Europa-Park. Ich selbst war zuletzt vor 24 Jahren – im Jahr 2002 – dort gewesen. Der Park ist seitdem mächtig gewachsen und bietet viele neue Attraktionen. Wir hatten perfektes Wetter erwischt. Obwohl der Park sehr gut besucht war, hielten sich die Wartezeiten selbst an den Hauptattraktionen in Grenzen. Es war für jeden etwas dabei, sodass wir am Ende des Tages alle rundum zufrieden die Heimreise angetreten sind. Es war eine wirklich unvergessliche Reise mit meiner Familie!








